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Mittwoch, 17. Februar 2010

Wandschneider: "Wir haben schon so viel weggesteckt"

Heute Spiel 1 ohne Christoph Schindler in Kiel

Kiel, September 2008: Punktgewinn in letzter Sekunde
Kiel, September 2008: Punktgewinn in letzter Sekunde

"Wir haben jetzt überhaupt nichts mehr zu verlieren", sagt Kai Wandschneider. "Das Verhalten von Christoph enttäuscht mich zwar, weil ich selbst auch sehr viel in ihn investiert habe, seit er vor dreieinhalb Jahren als ein Spieler zu uns kam, der es nicht geschafft hat, in der Bundesliga Fuß zu fassen. Aber seine sportlichen Beweggründe kann ich noch irgendwie nachvollziehen. Was mich hingegen maßlos aufregt, ist das Verhalten des VfL Gummersbach. Das ist skrupellos." Einen Plan, wie es ohne Schindler weitergehen soll, hat der Trainer noch nicht. "In den nächsten beiden Spielen können wir einiges ausprobieren, da haben wir eh keine Chance", sagt Wandschneider mit Blick auf die Spiele gegen den Meister und den HSV Hamburg, den aktuellen Tabellenführer der Toyota Handball-Bundesliga (24. Februar, 20.15 Uhr, HR-Commitment ARENA Dormagen). Personell nachlegen kann der TSV nicht, da seit Montag 24 Uhr die Wechselbörse geschlossen ist. So werden sich Spyros Balomenos in der Abwehr sowie Nils Meyer und Florian Wisotzki im Angriff die Aufgaben von Christoph Schindler im linken Rückraum und in der Mitte teilen müssen.

Wie sich das Ganze auf die Motivation seiner Spieler heute Abend auswirkt, weiß Wandschneider nicht: "Das trifft sie bis ins Mark. Das sind Menschen, keine Maschinen. Aber wir haben schon so viel weggesteckt, vielleicht gelingt es uns auch diesmal." Im ersten Spiel nach dem Aufstieg am 3. September 2008 hatte der TSV in Kiel für die Sensation gesorgt, als Maciej Dmytruszynski den Siebenmeter in der letzten Sekunde verwandelte und das 28:28 erzielte. Auch wenn der THW Kiel momentan weit von seiner Bestform entfernt ist, hielt Wandschneider bereits vor dem Abschied von Christoph Schindler eine solche Überraschung für wenig wahrscheinlich: "Die werden uns bestimmt nicht noch mal unterschätzen." Nicht mit dabei sind Torwart Vitali Feshchanka, der weiter über  Rückenbeschwerden klagt, und Kentin Mahé (fiebrige Erkältung). Nils Meyer hat die Reise in den Norden angetreten, ob er heute spielen kann, wird erst kurzfristig entschieden. Er hatte sich im Spiel gegen Nettelstedt eine Zerrung zugezogen. (Der Text enthält Beiträge von Volker Koch, Neuß-Grevenbroicher Zeitung)

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